Something Forever


-Kapitel 2 Teil 1/5 -


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Zuhause in Gott

Wenn Sie, werter Leser, bereit sind, mit mir immer weiter vorzudringen in diese kleine unendliche Geschichte dieser Reise ins Selbst, dann aber bitte nur auf eigene Gefahr, wie ich es schon vorher zum Ausdruck brachte.
Wie sie bestimmt beim Lesen des ersten Kapitels unschwer feststellten, ist der Erzähler unserer kleinen Odysee selbst ein Kind des Sommers der Liebe, also ein Kind, dessen Glaube in der Musik der Beatles seine Erfüllung fand.
Meiner chronischen Ataraxie allein verdanke ich den Mut und die Kraft, weiter zu machen und zu schreiben, denn Sir George ist something forever.!

Beim Lesen über das Buch “Gespräche mit Gott“ von Neale Donald Walsch, den ich in einem überaus interessanten Katalog bei amrita.de fand, musste ich unwillkürlich an meine eigene Erfahrung mit dem Thema denken, und daran, welche Antworten ich damals erhielt auf meine Fragen, Bitten und Gedanken. Überhaupt mußte ich daran denken, dass ich das, was ich in dem Katalog vorfand, als Ergebnis der spirituellen Revolution zu begreifen hatte, die materialisierte und kommerzialisierte Welt des new age business, die ihren Höhepunkt erreicht hat, jeden erreicht und welche damals 65/66 ihren Anfang nahm, dadurch das Gras und LSD den Sprung hin zur Selbsterkennung, Selbsterfahrung beförderten und möglich machte.


("Beatles "A Day In The Life" bei YouTube)





Hin zu einem erweiterten, erheiterten und spirituelleren Bewußtsein.

(Es blüht demnach das Gras so grün, wie immer Spanien’s Blüten blühn)


Die Schlüsselfigur der Gegenkultur

Der Sommer der Liebe war natürlich keine Erfindung der Beatles, doch mit ihren grenzüberschreitenden neuen Alben Rubber Soul und Revolver und früheren Tracks wie "The Word" , "Tomorrow Never Knows", "Rain" & "Love You To" hatten sie bestimmt diesen Sommer der Liebe mit vorbereitet. Das plötzliche Erblühen der Gegenkultur und das Interesse der Beatles an fernöstlicher Kultur wurde vom Minderheitenthema des Jahres zu einem in der gesamten westlichen Welt diskutierten Massenphänomen, das ohne Zweifel von den Beatles mit verursacht wurde, es spiegelte auf jeden Fall ihre damaligen weitreichenden spirituellen Interessen sehr genau wieder. Psychedelische Songs wie "Love You To" und "A Day In The Life" rückten die Bewußtseinserweiterung vom Rand in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung. Die psychedelische Ästhetik wurde nirgendwo lebendiger und anschaulicher umgesetzt als bei den Beatles und ihrer damaligen Musik.

Die psychedelische Musik der Beatles repräsentiert eine Geisteshaltung weit jenseits der gewöhnlichen Realität. Es ist eine magische Vision voller grenzenloser Liebe und Schönheit, in der alle Gegensätze friedlich im Einklang gebracht werden. Ob eine solche Geisteshaltung letztendlich ein Irrtum ist, oder ein Weg auf dem Nagelbrett des Dharma ins Nirvana, wer weiß, jedenfalls hatten George Harrison und John Lennon die richtige Verbindung zwischen der "universellen Liebe"  und dem großen Jenseits der orientalischen Philosophie verstanden. Bei "Day Tripper" wird gesagt:

„Life is very short and there’s no time for fussing and fighting, my friend„

Die Begeisterung für die Idee der "universellen Liebe" und ihr Selbstverständnis als Vollzeit Tripper und engagierte Reisende wird am eindrücklichsten im Refrain von "A Day In The Life" deutlich.

Auch wenn die Beatles die Gegenkultur nicht erfunden haben, sie waren mit ziemlicher Sicherheit die erste Rock & Popband, die mit LSD – dem wohl wichtigsten Heiligtum der Bewegung – in ihrer Kunst eine zentrale Rolle eingeräumt und haben damit die psychedelische Musik in weiten Teilen auf den Weg gebracht. Die besagte dazugehörige Ästhetik adaptierten sie zwar von Künstlern wie Klaus Voormann und anderen Designern, die bereits damit begonnen hatten ihre Erfahrungen mit LSD zu visualisieren, zu entwickeln, doch die Beatles waren die erste Band, die die neuen bunten psychedelischen Errungenschaften auch im Studio zelebrierte, die indische Resonanztöne und Tonleitern einbrachten, rückwärts laufende Tonbänder, und andere Spielerein erfanden. Ganz ohne Zweifel halfen die Beatles, während der psychedelischen Ära, die Welt zu verändern. Es gelang ihnen, da sie für neue, elitäre Gedanken offen waren, von diesen Trends und Konzepten selbst zu profitieren, und dies dann umgehend in ihre Musik und in all ihr musikalisches Schaffen einfließen zu lassen.

Dass Bob Dylan die Beatles im August 1964 in New York mit Gras bekannt gemacht hatte, war der erste wichtige Schritt in diesem Prozess und als ihr nächstes Projekt anstand, der Film und das Album Help, waren sie bereits erfahrene Potheads und rollten nur noch im Gras. Der große Einfluss bewußtseinserweiternder Drogen hielt in ihrer Musik aber erst Einzug, nachdem Lennon und Harrison im Frühjahr 1965 Bekanntschaft mit der Wirkung von LSD gemacht hatten. Ihrer „ Dentalen Erfahrung „ !



Tripping the life phantastic

Wir erinnern uns, Anfang 1965 way back, besuchten John Lennon mit Frau Cynthia sowie George Harrison einen gemeinsamen Freund, einen Zahnarzt. Dort wurde ihnen LSD angeboten, was sie dankend ablehnten, das ihnen dann aber im Laufe des Abends doch ohne ihr Wissen untergejubelt wurde. John befürchtete eine geplante Sexorgie und machte sich mit Cynthia und George in dessen kleinem Minicooper davon. Nach einem Abstecher in einen Club, der innen zu brennen schien, fuhren sie im Schneckentempo in Georges Landhaus, wo ihnen die freundlichen Bäume in der Einfahrt lockend zuwinkten. Cynthia und John aber hatten den Trip nicht so gut vertragen.

Sie wußten nicht, wie ihnen geschah, und fühlten sich völlig irre, durchgedreht, buchstäblich außer sich in einem völlig anderen Universum.

Trotz dieser verwirrenden Initiation in die Psychedelik fand John Lennon Gefallen an dieser Art des Reiseabenteuers und innerhalb eines Jahres nahm John LSD so, wie andere ab und an mal einen Joint rauchten.!



(Beatles Cartoon "Day Tripper" bei YouTube)



George Harrison erinnert sich bei einem Interview im Rolling Stone, erschienen im The Rolling Stone Rock’N‘Roll Reader :


Für mich öffnete sich seit dem ersten Trip die ganze Welt und erhielt eine größere Bedeutung. Diese Erkenntnis verdankte ich unmittelbar dem LSD. Es war, als ob sich dort, wo du keine Tür erwartet hättest, plötzlich ein einladendes
Tor auftat. Eine völlig neue Welt des Bewußtseins öffnete sich, bis in die wundervollen Falten grauer Flanellhosen, wie Aldous Huxley es einmal beschrieben hat. Jedes Sandkorn pulsierte. Bis zu meinem ersten LSD-Trip ahnte ich nichts von jenen Welten, die wir hinter unserem Alltagsbewußtsein versteckt halten. Doch der Druck auf uns stieg so sehr, und der Mann hatte es ja auch schon formuliert. There Must Be Some Way Out Of Here...., für mich war dieser Weg definitiv das LSD. Als ich es das erste Mal nahm, blies es mir völlig das Gehirn leer. Ich war von einem sagenhaften Gefühl grenzenlosen Wohlbefindens überwältigt, ich konnte Gott sehen und ihn in jedem Grashalm erkennen, es war echt einzigartig.! Mir war, als hätte ich in zwölf Stunden eine Lebenswahrheit von 100 Jahren erlangt. Diese Erfahrung änderte mich sehr und es gab auch kein Zurück mehr. Nicht alle Erfahrungen damit waren aber auch immer gut, und es blieben schließlich auch eine ganze Menge Fragen echt unbeantwortet. In der Parallelwelt mußten wir weiterhin The Beatles spielen, unsere Rolle als die "fantastischen Vier". Aber immerhin hatten wir jetzt eine weitere Perspektive, nur dieses Doppelleben war nicht immer einfach.

Frage:  "war dies in gewisser Hinsicht der Zeitpunkt, als dich die Identität 'ein Beatle zu sein' zu bedrücken anfing?“

George Harrison : „Yeah, absolut. Nach dem Acid-Erlebnis dämmerte mir sowas. Ich meine, das Zeug hat eine Macht, die dich zur Demut bringt.Das Ego dagegen mußte gleichzeitig mit all den Menschen dealen und klarkommen, die meinten, du seist ein tolles Ding, ein Vorbild. Es war für mich sehr schwer, all dies unter einen Hut zu bekommen. Wenn man LSD genommen hat, ist es einem ein großes Anliegen, daß auch Freunde und Menschen, denen du nahestehst, diese Erfahrung machen. Es zeigt Dir den Weg nach vorn und es zeigt dir den Weg zurück und die Zeit bleibt stehen. Das ist kein normales High-Sein. Es ist schon sehr überwältigend,
es schneidet direkt durch deinen physikalischen Körper, das Bewußtsein, das Ego. Es überwältigt dich mit der Einsicht, das alles, was dir von Kindesbeinen an beigebracht wurde, nichts zu bedeuten hat.! Nun ja und ein Hippie ist jemand, der bewußt lebt oder sich bemüht, bewußt zu leben. Hip zu sein bedeutet zu wissen, was ansteht und was abgeht.
Aber wenn du wirklich hip bist, brauchst du kein LSD mehr. Ich persönlich sehe diese Substanz so, sie kann Gutes bewirken, aber eigentlich benötigt man sie nicht. Ich brauchte sie allerdings, als ich das erste Mal bewußt einen Trip nahm. Und es war eine wirklich tolle Sache, aber der Trip zeigte mir auch, daß LSD nicht die Antwort auf alle unsere Fragen ist. Es kann dir helfen, von A nach B zu gelangen, und du kannst C vielleicht auch in der Ferne erkennen. Aber wirkliche Erkenntnis, das wahre High stellt sich erst ein, wenn du keine Mittel mehr nimmst. Da führen andere Wege hin, Yoga, Meditation, simply living und sowas. Insofern hat mich LSD im nachhinein enttäuscht. In unserer physikalischen Welt leben wir mit Dualitäten – Gut & Böse, Schwarz & Weiß, Ja & Nein. Was es auch immer sein mag, es gibt ein Gegenteil davon. Es gibt immer Gleiches und Gegensätzliches und daher kannst du auch nicht sagen, dass LSD nun gut oder schlecht ist, denn es ist gut und schlecht, und es ist beides und doch keines von beiden zugleich, das ist des Rätsels Lösung.“



(Beatles "Tomorrow Never Knows" bei YouTube)



Gott sei Dank für die Beatles

Was einst Dr. Timothy Leary an der Uni in Harvard bei vielen Vorträgen verbreitete, nämlich dass die "vinyl recruiters creators have now taken over. They are the leaders now. I consider them the four evangelists in the psychedelic movement. The Beatles here incarnate themselves as bodi sattvas, world savers, thats what happened,yes, listen to Sgt. Pepper."
Das ging natürlich auch ohne Internet wie eine Welle um die ganze Welt, die Beatles sind
die Druiden der Neuzeit, die erwarteten Bodisattvas.

Die neo-Pandavas, Krieger und Agenten der göttlichen Streitmacht, wohlan.!
Die Beatles riechen ja auch irgendwie nach Unsterblichkeit oder.?
John hatte es ja schon zugegeben, populärer als Jesus zu sein und die meisten Priester und Pfarrer mussten ihm in diser Hinsicht beipflichten. Dr. Tim Leary war begeistert “they’d like to take us home with them.!”
Eine Botschaft mit einem neuen Beat. Turn on, tune in and drop out.?

Drop out, moment mal, erst droppen die Beatles out und dann hören sie auch noch mit Drogen auf und man hört überall „the Beatles reportedly have given up drugs, witch gave them only partial & temporary fulfillment and the fab four looking actnaturly for complete spiritual fulfillment.” Instantkarmally haben sie schon wieder für die Fans und devotees eine neue Offenbarung, noch bunter, noch mystischer...... die Reise gen Osten.!

Sir George hockt bescheiden zu Füßen des Sitar Meisters Ravi Shankar. Alle Beatles meditieren mit dem Maharishi Mahesh Yogi in Bangor und Rishikesh. Weg mit den Drogen - her mit den Mantras. Und hunderte von Millionen von Kids all over the world fragen sich plötzlich :

Was ist Meditation? Was ist Samadi? Und überhaupt, was bedeutet denn Reinkarnation ?
Und wo bekomme ich überhaupt einen richtigen Guru her? Und wo gibt es denn echte Mantras?
Und können Gebete wirklich antörnen?

Die Beatles haben sich, soviel war klar, der Yoga–Disziplin verschrieben. Man glaube aber ja nicht, dass es sich dabei um eine einfache Übung, wie, Schluck die Pille und finde Gott, handeln würde. Nein es handelt sich hier um den uralten, mysteriösen Prozess der spirituellen Suche – der oft verwirrend, paradox und voller Anforderungen an die Wahrheit ist.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden von Gottessuchern dutzende komplexer Yoga-Traditionen entwickelt, und unser  himmlisches Quartet hat sich auch auf die Pilgerfahrt, mit Fasten, Mantras und  Gehorsamkeit gegenüber und Ehrfurcht vor einem Guru, begeben, wow hier schreiben wir Geschichte.! Well das ist doch far out oder, schon 1966, auf dem Gipfel ihres Ruhmes und Einflusses, lassen sie all dies sausen, um zu den Füssen eines kleinen, bärtigen dunkelhäutigen Mannes zu sitzen. Der ihnen bestimmt die eine oder andere wunderbare Geschichte von Gott zu erzählen wusste. Dies ist das unmißverständliche Merkmal eines demütigen, angetörnten Engels,  der die Connection zu seinem Ursprung und zu seiner Heimat sucht.!

Nur George Harrison blieb als einziger den Regeln des Hinduismus treu ergeben. Schon ab 1965, man glaubt es kaum, übte diese Religion einen starken Einfluss auf ihn aus, wobei seine Bekanntschaft mit LSD gewiss eine große Rolle dabei gespielt hat. LSD verschaffte Sir George einen gänzlich neuen frischen emotionalen Zugang zur "universellen Liebe". 35 Jahre später erinnert er sich und sagt :

"Es war wie ein Konzentrat der besten Gefühle die ich je in meinem Leben gehabt hatte. Ich verliebte mich, allerdings nicht in eine Person oder eine Sache, sondern in alles."

Es ist jene Erfahrung, welche er im Song "Try Some, Buy Some" verewigte.

("Try Some Buy Some" bei YouTube)



„Not a thing did i have, not a thing did I see / Till I called on your love and your love came to me”. Diese begeisterte Stimmung prägt auf eine grundsätzliche ernsthafte Weise fast alles, was Harrison seit 1965 machte Und obwohl zwischen
1965 und 1973 nicht alle seine Texte einen transzendentalen Einschlag haben, spricht er sehr häufig in klaren, einfachen weisen Worten über die die spirituellen Wechselwirkungen. Z.b.

„ My love belongs to who can see it / The Lord helps those that help themselves / And the law says whatever you do is going to come right back on you.”

Bis auf ganz wenige Ausnahmen richtet sich das "YOU" in seinen Texten an Gott und den
Zuhörer. Ein doch sehr beeindruckend umfassender Blickwinkel mit nur ganz wenigen konzeptionellen Eintrübungen.

Sir George erzählte jedem gerne, dass ihm die indische Musik irgendwie vertraut vorkam, als er sie das erste mal hörte, und womöglich dachte er dabei an die eigenen Reinkarnation, und dass er die Musik von früher kannte

In der Tat war es George Harrison, der das Interesse der westlichen Massenkultur am Hinduismus weckte und damit die sogenannte „ spirituelle Renaissance „ der späten sechziger Jahre einläutete. Während die anderen Beatles ihre Hindu-Phase bald hinter sich ließen, war Sir Georges Treue lebenslang. Nur Meister Harrison erwarb sich 1969 durch stete Meditation das einzigartige „ Krishna Bewußtsein „ ! Dass er ganz allein für eine derart fundamentale kulturelle Erneuerung verantwortlich war, ist sein dauerhaftes Vermächnis als Schlüsselfigur der Gegenkultur, auch wenn ihm dieser Titel mit Sicherheit unangenehm gewesen wäre.




(Beatles Rock Band "The Word at Shea Stadium" bei YouTube)






harifan


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